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Mediennutzung von Studierenden
Um das Mediennutzungsverhalten der Facebook-Generation zu untersuchen, wurden an der Universität St. Gallen (HSG) die Erstsemestrigen befragt. Die in Bezug auf die befragte Zielgruppe repräsentative Untersuchung mit 748 ausgewerteten Datensätzen liefert Angaben zum Medienkonsum der neu eintretenden HSG-Studierenden im Jahr 2010 und deren Einschätzung zur Entwicklung der Medien in den kommenden Jahren. Fachlich wurde die Untersuchung begleitet von Prof. Dr. Daniel Süss, Leiter Forschung und Entwicklung des Departements Angewandte Psychologie der ZHAW sowie Prof. Dr. Vinzenz Wyss, Leiter Forschung und Entwicklung des IAM Institut für Angewandte Medienwissenschaften der ZHAW.
Resultate
Bis zum Beginn ihres Studiums hatten 99 Prozent der Befragten Zugang zum Internet und 73 Prozent zu einer abonnierten Tageszeitung. Mit Beginn des Studiums hatten noch 77 Prozent einen Internet-Anschluss und noch 40 Prozent Zugang zu einer abonnierten Zeitung. Ein Grund dieses Rückgangs ist mit grosser Wahrscheinlichkeit im Wechsel vom Elternhaus in eine WG oder eigene Wohnung zu suchen.
In der Freizeit sind die meistgenutzten Medien Handy, MP3-Player wie iPod, Internet und Fernsehen. Die Befragten haben bis zu Beginn des Studiums im Durchschnitt mehr als ein-einhalb Stunden pro Tag im Internet verbracht. Genutzt werden vor allem Online-Communities wie Facebook sowie die Informationssuche im Internet. 93 Prozent der Befragten besitzen ein Facebook-Profil.
Die Studierenden nutzen in ihrer Freizeit durchschnittlich kein redaktionelles Angebot täglich oder mehrmals pro Tag – egal von welchem Medium diese Inhalte stammen. Am häufigsten werden Fernseh-, am wenigsten Radioprogramme genutzt. Bei den Fernsehprogrammen sind 31 Prozent der Befragten sogenannte Heavy User (Nutzung täglich oder mehrmals täglich), bei den Tageszeitungen 34 Prozent, den publizistischen Online-Medien 35 Prozent, bei den Gratiszeitungen 16 Prozent und beim Radio 22 Prozent. Die tiefe Prozentzahl der Heavy-User bei den Gratiszeitungen ist vermutlich auch damit zu erklären, dass diese nur an 5 Tagen in der Woche erscheinen.
Bei widersprüchlicher Berichterstattung würden 52 Prozent der Befragten der Tageszeitung am ehesten vertrauen, 16 Prozent dem Fernsehen, 10 Prozent dem Internet und nur noch 5 Prozent dem Radio. Heavy User des jeweiligen Mediums schenken ihrem Medium auch überdurchschnittlich hohes Vertrauen. Bei den Heavy Usern von Gratiszeitungen ist auffallend, dass sie durchschnittlich weniger genau wissen, welchem Medium sie vertrauen sollen. Ausserdem interessant ist, dass die Heavy User von Radioprogrammen der Zeitung über-durchschnittlich grosses Vertrauen schenken.
Die befragten Studierenden gehen davon aus, dass die Menschheit trotz des grösseren Informationsangebots in zehn Jahren nicht mehr als heute wissen wird. Die klassischen Medien Fernsehen, Radio und Print werden auch in Zukunft – trotz des Medienwandels – bedeutsam bleiben. Die grösste Bedeutung wird das Fernsehen behalten, die Tageszeitungen werden am meisten an Bedeutung verlieren.
Projektleitung
Prof. Dr. Daniel Süss, Prof. Dr. Vinzenz Wyss
Projektdurchführung:
Vanessa Hitz, Master-Studentin an der HSG
Kooperationspartner
Universität St. Gallen HSG


