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HoNOSCA

Studiendesign

Der Health of the Nation Outcomes Scales for Children and Adolescents (HoNOSCA) ist ein Fragebogen zur Einschätzung der psychosozialen Belastung bei Kindern und Jugendlichen. Das 13 Item umfassende  Fremdeinschätzungsinstrument wurde in den frühen 90er Jahren in Grossbritannien zuerst für den Erwachsenenbereich entwickelt (Health of the Nation Outcome Scales HoNOS, Wing et al., 1998, 2000). Die Zielsetzung war, ein praktikables Instrument zur differenzierten Erfassung des Schweregrades und der sozialen Funktionsfähigkeit von psychischen Kranken das insbesondere als aussagekräftiges Outcomeinstrument einsetzbar ist zu entwickeln. Die Forschungsgruppe um Gowers entwickelte in der Folge in Anlehnung an HoNOS den HoNOSCA, ein Instrument für die Altersgruppe der Kinder und Jugendlichen (Gowers et al., 1999). Sie wird inzwischen in Grossbritannien, Australien und Neuseeland routinemässig, in weiteren Ländern punktuell zur Outcome-Messung eingesetzt.


Auch in der Schweiz ist der HoNOSCA schon länger im Einsatz. Die Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik der Universitären Psychiatrischen Kliniken in Basel hatte 2002 entschieden, in den stationären Einrichtungen den HoNOSCA routinemässig als Qualitätssicherungsinstrument einzusetzen.

Im Jahr 2003 wurde der HoNOSCA autorisiert durch die Autoren der englischen Originalversion ins Deutsche übersetzt. Diese erste Version wurde über einige Jahre an den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel, Kinder- und Jugendpsychiatrische Klinik, in der klinischen Praxis erprobt. Die anlässlich von Ratingschulungen und weiteren klinikinternen Diskussionen geäusserten kritischen Anmerkungen zur Übersetzung wurden gesammelt. Im Jahr 2009 wurden diese Anmerkungen gesichtet. Gleichzeitig wurde eine Angleichung an die bereits autorisierte Übersetzung des HoNOS-D durchgeführt. Die überarbeitete Version wurde im Dezember 2010 von einem „Native Speaker“ rückübersetzt und den Autoren der englischen Originalversion gemailt. Die Autoren der englischen Originalversion haben im April 2011 ihr Einverständnis zur Übersetzung gegeben. Die Fertigstellung des HoNOSCA-D erfolgte im Mai 2011. Dieses Vorgehen wurde in Anlehnung an das von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene Vorgehen durchgeführt (Sartorius & Kuyken, 1994).

In den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Diensten St. Gallen werden seit Mitte 2009 auf zwei Stationen, und seit Mitte 2010 bei allen Patienten und Patientinnen zu Beginn einer Abklärung oder Behandlung und am Schluss einer Behandlung Outcomebefragungen durchgeführt. Neben dem HoNOSCA-D kommt der SDQ weiteres Outcomeinstrument zum Einsatz.

Strength and Difficulty Questionnaire (SDQ). Als Selbsteinschätzungsinstrument soll der SDQ eingesetzt werden. Dieser Fragebogen wird in der Tagesklinik des KJPD seit einigen Jahren regulär eingesetzt. Es handelt sich um einen Fragebogen mit 25 Fragen zur Messung von Verhaltensauffälligkeiten und Verhaltensstärken bei Kindern und Jugendlichen. Es gibt Versionen für die Eltern und Lehrer sowie für die Jugendlichen. Jeweils 5 Items bilden folgende Subskalen: Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsprobleme, emotionale Probleme, externalisierende Verhaltensauffälligkeiten, Probleme mit Gleichaltrigen und prosoziales Verhalten. Für die deutsche Version liegt eine Validierung vor (Klasen et al., 2003).

Alle Daten des KJPD St. Gallen, die zwischen Anfang Mitte 2009 und März 2011 erhoben wurden, fliessen in die vorliegende Auswertung ein. Von 900 Kindern und Jugendlichen sind Daten vom Eintritt vorhanden, und davon von 200 ebenfalls Daten vom Austritt. 

 

Statistikblatt

Ausserdem stehen uns die folgenden Angaben des Statistikblatts zur Verfügung: Geburtsdatum, Geschlecht, Diagnose, Betreuung des Patienten, Schul- und Berufsverhältnis des Patienten, Berufliche Stellung der Eltern, Ausbildung der Eltern, Austrittsbefund, Hauptsächliche Behandlungsart, Spezialdienste, Entscheid für Austritt, Aufenthalt nach Austritt, Empfohlene Weiterbehandlung.

 

Auswahl der Rater

Jeweils der behandelnde Arzt, die behandelnde Ärztin respektive Psychologe/ Psychologin macht die HoNOSCA-Einschätzung. Die Rater werden regelmässig geschult, um die Interraterreliabilität zu gewährleisten.

Projektleitung
Prof. Dr. Agnes von Wyl

 

Partner

Dr. Ruedi Zollinger, Kinder- und Jugendpsychiatrische Kliniken St. Gallen


Mitarbeitende

Lea Sà de Araujo